Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) beim Hund

Leitfaden zum Referat
Graphik Bauchspreicheldrüse Hund
 

Teil I. Grundsätzliches

Diabetes mellitus (DM) stellt eine schwerwiegende Stoffwechselstörung dar, bei der es entweder durch eine unzureichende Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse oder durch eine mangelnde Insulinwirkung zu Störungen insbesondere innerhalb des Glukosestoffwechsels kommt. Bei allen Erscheinungsformen des DM ist die Aufnahme der Glukose in die Zellen reduziert, so dass der Blutglukosespiegel nach der Fütterung erheblich ansteigt und nicht wieder auf das Ausgangsniveau sinkt.
Man bezeichnet den Zustand eines erhöhten Blutzuckerspiegels als Hyperglykämie. Hyperglykämien werden nicht ausschließlich durch DM verursacht. Auch Erkrankungen wie z. B. das Morbus Cushing-Syndrom (Überfunktion der Nebennierenrinden mit erhöhter Cortisolproduktion) oder die harmlose Form der physiologischen Hyperglykämie (als Folge einer kohlenhydratreichen Mahlzeit) können für einen zu hohen Blutzuckerspiegel ursächlich sein. Diese und andere alternativen Ursachen einer Hyperglykämie sollten immer differentialdiagnostisch Beachtung finden.

Funktionen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

Die Bauchspeicheldrüse besteht aus einem exokrinen und einem endokrinen Teil.
Der exokrine Anteil produziert Verdauungsenzyme, die über zwei Ausführungsgänge in den Verdaungstrakt (Zwölffingerdarm) abgegeben werden. Diese Enzyme spalten Proteine, Fette und Kohlenhydrate, wodurch sie für den Darm resorbierbar – also für den Hund verdaulich – werden. Der endokrine Teil der Bauchspeicheldrüse produziert in den sogenannten Langerhansschen Inselzellen Hormone wie Insulin und Glukagon. Endokrin bedeutet im eigentlichen Sinne „nach innen abgebend", wobei man diesen Begriff normalerweise im Zusammenhang mit hormonproduzierenden Drüsen benutzt, die ihre Sekrete direkt ins Blut ausschütten. Die Gesamtheit dieser Drüsen bezeichnet man als das endokrine System, das sich durch vielfältige Verbindungen und Wechselwirkungen auszeichnet.
Insulin fördert die Aufnahme von Glukose aus dem Blut in die Fett- und Muskelzellen. Darüber hinaus übernimmt Insulin wichtige Funktionen innerhalb des Fett- und Eiweißstoffwechsels.

 

Diabetes-Typen und ihre Ursachen

Grundsätzlich kann eine klare Unterteilung der Erscheinungsformen wie im Humanbereich in einen Diabetes Typ I und Diabetes Typ II beim Hund nicht vorgenommen werden. Aktuell arbeitet man meistens mit der unten aufgeführten Klassifikation, wobei man insbesondere zwischen einem absoluten und einem relativen Insulinmangel unterscheidet.

Diabetes Typ I

Der Diabetes Typ I tritt bei Hunden laut allgemeiner Statistiken mit einem Anteil von ca. 50% am häufigsten auf. Die Bauchspeicheldrüse des Diabetes Typ I ist infolge einer Zerstörung der Beta-Zellen der Langerhansschen Inseln permanent nicht bzw. nicht mehr ausreichend in der Lage, Insulin zu produzieren. Man spricht hier von einem absoluten Insulinmangel.
Betroffen sind Hunde mittleren bis fortgeschrittenen Alters, wobei kein Zusammenhang mit Adipositas (Fettleibigkeit) besteht.

Beim Diabetes Typ I handelt es sich um eine multifaktorielle Erkankung, d. h., dass das Zusammenwirken mehrerer Faktoren für das Entstehen ursächlich ist. Man vermutet, dass ähnlich wie beim Menschen eine Autoimmunerkrankung vorliegt. Diese führt bei genetisch disponierten Individuen zu einer Zerstörung der Beta-Zellen. DM wird zwar bei allen Rassen diagnostiziert, aber einige Rassen wie z. B. Dackel, Pudel, Spitz, Zwergschnauzer, Beagle etc. zeigen ein deutlich erhöhtes Risiko für diese Erkrankung. Letztendlich begünstigen auch weitere Umweltfaktoren den Ausbruch von DM Typ I.

Bei allen Hunden, die unter DM Typ I leiden, muss neben einer speziellen Diät das fehlende Insulin zwangsläufig von außen – in der Regel per Injektion – zugeführt werden.

DM aufgrund chronischer Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) oder Karzinom

Ca. 30% der Diabetes-Fälle beim Hund werden im Zusammenhang mit Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse selbst, wie z. B. einer Entzündung (nekrotisierende Pankreatitis) oder seltener durch Krebs (Karzinom), diagnostiziert. Hierbei kommt es durch die chronisch bestehende Erkrankung zu einer ausgedehnten Schädigung des exokrinen und endokrinen Pankreasgewebes mit gleichzeitiger Zerstörung der Beta-Zellen, so dass wie beim Diabetes Typ I ein permanenter, absoluter Insulinmangel vorliegt.
Unabhängig von Alter und Gewicht können alle Hunde diese Erkrankungen ausbilden. Man sollte aber bedenken, dass chronische Erkrankungen dieser Art mit höherer Wahrscheinlichkeit im mittleren bis hohen Alter auftreten.
Bei allen Hunden, die unter diesem Diabetes-Typ leiden, ist neben einer speziellen Diät eine Insulintherapie ebenfalls unverzichtbar.

Diabetes Typ II

Beim Diabetes Typ II produziert die Bauchspeicheldrüse zwar genügend Insulin, aber die Empfängerzellen (Muskulatur, Fettgewebe, Leber) reagieren nicht oder nur ungenügend. Hier liegt ein relativer Insulinmangel vor. Neben der Insulinresistenz dieser Zellen, reagieren nicht selten gleichzeitig auch die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse mit einer verzögerten Insulinproduktion, obwohl ein erhöhter Blutglukosespiegel vorliegt.
Die mangelnde Ansprechbarkeit der Insulinrezeptoren der Zellen führt zu einem ansteigenden Blutglukosespiegel bei gleichzeitigem Glukosemangel in den Zellen. Da in den Zellen Glukose fehlt, beginnt die Leber, vermehrt Glukose ins Blut abzugeben, wodurch sich die Situation verschärft. Auch die Bauchspeicheldrüse ergreift Gegenmaßnahmen, indem sie vermehrt Insulin produziert, in der Absicht, den Blutglukosespiegel zu senken. Durch diese Überlastung kann es in schweren Fällen zu einer Zerstörung der Beta-Zellen (Erschöpfungsatrophie) kommen, mit einer eingeschränkten bzw. kompletten Unfähigkeit, Insulin zu produzieren.

Der primäre Diabetes Typ II wird in der Praxis bei Hunden selten diagnostiziert. Allerdings gibt es verschiedene Ursachen, die eine Insulinresistenz der Zellen auslösen bzw. somit sekundär hervorrufen können. Hierbei kann es nicht nur zu einem relativen, sondern bei fortschreitender Erkankung auch zu einem absoluten Insulinmangel kommen.

Diabetes-Typen im Zusammenhang mit Insulinresistenz (ca. 20% der auftretenen DM-Fälle)

DM infolge von Hormonstörungen

Im Zuge von Erkrankungen des endokrinen (hormonellen) Systems, zu dem die Bauchspeicheldrüse gehört, kann als sekundäre Erscheinung ein DM auftreten – beispielsweise bei übermäßiger Produktion von Schildrüsenhormonen (Hyperthyreose) oder Wachstumshormonen (Akromegalie) sowie Cortisol (Cushing-Syndrom bzw. Hyperadrenokortizismus).

DM im Zusammenhang mit dem Diöstrus (Phase zwischen zwei Läufigkeiten)

Eine weitere auslösende Ursache für das Auftreten von DM können die hormonellen Vorgänge bei der Hündin in der Diöstrus-Phase sein. Diese Phase beginnt ca. 7 Tage nach dem Eisprung und dauert bei nicht tragenden Hündinnen ca. 80-90 Tage. Gesunde, trächtige Hündinnen zeigen ab dem 30.-35. Trächtigkeitstag eine verminderte Insulinsensibilität, die aber bis zum Ende der Trächtigkeit wieder im Normalbereich liegt. Nicht tragende Hündinnen sind in der Diöstrusphase ganz ähnlichen hormonellen Vorgängen unterworfen. Durch die Erhöhung des Progesteronspiegels und die zusätzlich vermehrte Produktion von Somatropin bzw. STH (Wachstumshormon) kann es zu einer Glukoseintoleranz (einer unzureichenden Aufnahme von Glukose aus dem Blut in die Zellen) oder letztendlich auch zu DM kommen. Man vermutet, dass diese hormonelle Disposition eine der Ursachen dafür ist, dass Hündinnen weitaus häufiger an DM erkranken als Rüden.

DM infolge von diabetogenen (einen Diabetes mellitus auslösenden) Medikamenten

Vom Tierarzt verordnete Hormone wie z. B. Kortisone (Glukokortikoide), aber auch das sogenannte „Wegspritzen“ der Läufigkeit bzw. die hormonellen Beeinflussung des Läufigkeitszeitpunktes der Hündin mit Progestagenen können ursächlich für eine Diabeteserkrankung sein. Aus diesem Grund sollte nur im Notfall auf eine Hormontherapie zurückgegriffen und nicht ohne absolut zwingenden Grund der Läufigkeitszeitpunkt manipuliert werden.

DM infolge synthetischer Vitamine und anderer chemischer Zusatzstoffe im Hundefutter

Alle synthetischen Vitamine sowie andere chemische Zusatzstoffe greifen nachhaltig in das hormonelle System des Hundes ein. Die hierdurch entstehenden Irritationen des Hormonstoffwechsels erhöhen das Risiko der Entstehung eines DM deutlich.

 

DM infolge von Fehlern im Fütterungsmangement: Überfütterung und Übergewicht

Photo kleiner übergewichtiger Mischling

DM ist ganz eindeutig auch eine Zivilisationskrankheit.
In der Konsequenz bedeutet dies, dass ein Großteil der Diabeteserkrankungen bei Hunden angefüttert wird. Die zunehmende Vermenschlichung der Hunde ist im Grunde gut gemeint, aber dennoch unangebracht, denn sie führt nicht selten zu einer Unvernunft in der Handhabung von Leckereien, Trockenfleischprodukten, Süßigkeiten und Gebäck. Neben einer falsch zusammengesetzten Gesamttagesration fordert meist auch eine deutlich überhöhte Gesamtfuttermenge auf diese Weise ihre Opfer. Ein kluges Fütterungsmanagement kann Übergewicht vermeiden helfen und eine artgerechte und gesunde Fütterung möglich machen.

Übergewichtige Hunde

Die Zellen übergewichtiger Hunde neigen ebenfalls zu einer Desensibilisierung gegenüber Insulin – nehmen also Insulin nicht in dem gleichen Umfang wie Zellen normalgewichtiger Tiere auf. So kann Übergewicht letztendlich den gleichen Teufelskreislauf wie unter Diabetes Typ II beschrieben auslösen. Am Ende kann es durch die Überbelastung der Bauchspeicheldrüse zu einer Zerstörung der insulinproduzierenden Beta-Zellen kommen, so dass eine lebenslange Insulintherapie nötig wird.

Häufig führt auch eine zu frühzeitig eingesetzte Insulintherapie zu einer Einstellung der körpereigenen Insulinproduktion und kann in einem absoluten Insulinmangel enden. Aus diesem Grund ist der richtige Zeitpunkt für den Einsatz von Insulin gerade bei übergewichtigen Hunden von entscheidender Wichtigkeit.
Leichte bis mittelgradige Diabeteserkrankungen aufgrund von Insulinresistenz können bei übergewichtigen Hunden in der Regel über eine Gewichtsreduzierung in Verbindung mit einer speziellen Ernährung erfolgreich eingedämmt bzw. komplett geheilt werden. Glücklicherweise ist der Körper meistens in der Lage, mit dem Erreichen des Normalgewichtes die nötige Sensibilität der Zellen gegenüber Insulin wieder herzustellen. In diesen Fällen kann dann auf eine lebenslange Insulintherapie verzichtet werden.
Leider wird diese Chance von vielen Tierärzten nicht beachtet oder die Tatsache selbst einfach abgestritten. Vielleicht mag es leichter und lukrativer sein, pauschal eine Insulintherapie zu verordnen und dauerhaft durchzuführen, aber für den einzelnen Hund kann dies doch einen erheblichen Unterschied in der Lebensqualität bringen.

 

Wie erkenne ich Diabetes mellitus bei meinem Hund?

Latenter Diabetes

Diabetes kann bereits Monate vor dem Ausbruch erkennbarer äußerer Symptome latent vorhanden sein, wobei nur spezifische Laborwerte aufgrund der bereits gestörten Glukosetoleranz verändert sind. Man spricht hier von latentem Diabetes.

Unkomplizierte Verlaufsform

Erste äußere Anzeichen für eine unkomplizierte Verlaufsform der Diabeteserkrankung sind in der Regel eine stark vermehrte Wasseraufnahme (Polydipsie) und ein dadurch bedingtes häufiges Wasserlassen (Polyurie). Meistens zeigen die Hunde in diesem Stadium noch einen guten bis sehr guten Futterzustand und kaum eine Beeinträchtigung ihres Allgemeinbefindens.
Laboruntersuchungen weisen aber bereits zeitweise bis permanent erhöhte Blutzuckerwerte im nüchternen Zustand, eine gestörte Glukosetoleranz (zu lang anhaltende Erhöhung der Blutzuckerwerte nach den Mahlzeiten) sowie eine Ausscheidung des übermäßig hohen Anteils an Zucker im Blut über die Nieren mit dem Urin (Glycosurie) auf.
Schreitet die Erkrankung weiter voran, kann es zu Symptomen wie Abmagerung trotz guten Appetits, Hautveränderungen, Erbrechen, Durchfall, allgemeiner Schwäche, Gefäßerkrankungen etc. kommen. Wie oben bereits angedeutet, nimmt Insulin nicht nur eine wichtige Stellung innerhalb des Kohlenhydrat-, sondern auch innerhalb des Fett- und Eiweißstoffwechsels ein. Mit fortschreitender Erkrankung kann es daher zu Symptomen wie Erblindung durch Star (Katarakt) sowie sekundäre Erkrankungen von Herz, Leber, Nieren und anderen Organen kommen.

Anmerkung: Eine Studie (*1) zeigt, dass die Bildung von Katarakten die häufigste und eine der wichtigsten Langzeitkomplikationen des DM darstellt. Katarakte entwickeln sich bei diabetischen Hunden meistens innerhalb eines Zeitraums von 5-6 Monaten nach der Diagnose, wobei nach 16 Monaten ca. 80% eine Kataraktbildung aufweisen. Eine Beeinflussung der Kataraktbildung durch diätetische Maßnahmen konnte leider noch nicht festgestellt werden.

Die vier klassischen Diabetes-Symptome

  • Polyurie (krankhaft erhöhte Urinausscheidung)
  • Polydipsie (krankhaft gesteigerter Durst)
  • Polyphagie (krankhaft gesteigerter Hunger)
  • Gewichtsverlust

Komplizierte Verlaufsform

Die komplizierte Verlaufsform ist durch das plötzliche Auftreten hochgradiger Symptome aufgrund der vorliegenden Stoffwechselentgleisung gekennzeichnet. Da keine Glukose mehr in die Zellen gelangt, beginnt die Leber Fett zu verbrennen, wobei als Nebenprodukt die sogenannten Ketonkörper entstehen. Die Überflutung des Stoffwechsels mit Ketonkörpern führt zu einer Übersäuerung, die man als Ketoazidose bezeichnet. Die Hunde zeigen ein sehr schlechtes Allgemeinbefinden, begleitet von Appetitverlust (Anorexie), Apathie, Erbrechen und Bauchschmerzen mit zunehmender Schwäche. Werden hier nicht rechtzeitig tierärztliche Gegenmaßnahmen ergriffen, kann es kurzfristig zu Komazuständen und sogar zum Tod kommen.

 

Laboreckdaten

(entnommen "Praktikum der Hundeklinik", Suter, Kohn, Schwarz, 11. Auflage Enke Verlag)
Wichtig! Alle im Labor ermittelten Werte sollten niemals einzeln sondern immer im Gesamtzusammenhang mit anderen Werten und dem vorliegenden klinischen Befund bewertet werden. Z. B. hat ein erhöhter Blutglukosespiegel (Hyperglykämie) nicht zwangsläufig Diabetes mellitus als Ursache. Eine genaue Differenzierung wird durch den Tierarzt vorgenommen.

Glukose im Blut

Referenzbereich (Normalbereich)
3,9-6,2 mmol/l bzw. 70-110 mg/dl

Latenter Diabetes mellitus ohne äußere Symptome
7,3-10 mmol/l bzw. 130-180 mg/dl

Diabetes mellitus mit äußeren Symptomen
Der Nüchtern-Blutzuckerwert liegt dauerhaft über 10 mmol bzw. 180 mg/dl.

Kritische Werte
< 2,3 mmol (40 mg/dl) (Unterzuckerung mit Koma und/oder Krampfanfällen)
> 56 mmol (1000 mg/dl) (Diabetes mit zentralnervöser Dysfunktion und eventuellem Koma)

Fructosamin im Blut

Der Fructosamingehalt gibt Aufschluß über die Blutglukosekonzentration der vorangegangenen 1-2 Wochen. Meistens wird er am Anfang der Behandlung als Referenzwert emittelt und über die Dauer der Therapie im Zusammenhang mit der Insulintherapie unter Beobachtung gehalten.
Bei diabetischen Hunden liegt der Fructosaminwert vor einer Therapie zwischen 400-1000 μmol.
Im Zusammenhang mit Insulingaben sagt der Fructosaminwert etwas über die Qualität der Insulindosierung bzw. die gesamte Stoffwechseleinstellung aus.

  • 350-450 μmol (gute Einstellung)
  • 450-550 μmol (mäßige Einstellung)
  • 550-600 μmol (schlechte Einstellung)

Urin

Erst wenn der Blutglukosewert über 10 mmol bzw. 180 mg/dl liegt, beginnen die Nieren, Glukose über den Harn auszuscheiden – man bezeichnet dies auch als Nierenschwelle.
Die Ausscheidung von Ketonkörpern, Proteinen und Bakterien mit dem Urin kann in leichten, mittelgradigen und schweren Diabetesfällen auftreten. Der Schweregrad der Erkrankung ist abhängig von der Menge.

 

II. Fütterung von Hunden mit Diabetes mellitus

Was sieht das Marengo Fütterungskonzept bei Hunden mit DM vor?

Bei der Fütterung von Hunden, die unter DM leiden, sollten spezielle Aspekte in der Gestaltung der Futterration beachtet werden.

Proteinversorgung

Grundsätzlich hat sich in der Praxis bei Diabetikerhunden im Vergleich zu nicht-diabetischen Tieren ein leicht erhöhter Anteil an Proteinen in der Ration durchgesetzt und bewährt. Der leicht erhöhte Proteingehalt ist hierbei insbesondere durch das Zusammenspiel mit bevorzugten Kohlenhydrat- und Fettgehalten ursächlich verknüpft.

Veraltet ist die leider noch häufig anzutreffende Empfehlung, Hunde mit DM hauptsächlich oder sogar ausschließlich mit Fleisch – gegebenenfalls in Verbindung mit einem minimalen Anteil an Flocken und Gemüse – zu füttern. Diese Empfehlung beruht auf der Tatsache, dass im Zuge von Laborversuchen bei einer ausschließlichen Fleischfütterung eine Anregung der körpereigenen Insulinproduktion festgestellt wurde. Diese eventuelle Vermehrung der körpereigenen Insulinproduktion steht aber in keinem Verhältnis zu den schädigenden Wirkungen einer durch reine Fleischfütterung bedingten Eiweißüberversorgung auf die Stoffwechselorgane – insbesondere Leber und Nieren. Einerseits muss der Organismus bei einer reinen Fleischfütterung seinen natürlich immer noch vorhandenen Bedarf an Kohlenhydraten über stark belastende Stoffwechselumwandlungsprozesse u. a. aus Eiweißen (Glukoneogenese) decken. Andererseits erhöht sich die Menge an Abbauprodukten, die grundsätzlich innerhalb des Eiweißstoffwechsels anfällt.

Da bei diabeteskranken Hunden die Stoffwechselfunktionen bereits stark beeinträchtigt sind, sollte die Erkrankung auf keinen Fall durch eine Eiweißüberversorgung verschlimmert bzw. andere Erkrankungen provoziert werden – zumal es auch keine aktuellen Studien gibt, die diese Vorgehensweise bestätigen würden. Im Gegenteil, z. B. bei gleichzeitig vorliegenden Nierenerkrankungen können sogar proteinreduzierte Rationen durchaus von Vorteil sein. (*2)

Unsere Empfehlung zur Proteinversorgung:

Hunde, die unter DM leiden, benötigen eine hochwertige und leicht verdauliche Eiweißgrundlage unter Verzicht auf minderwertige, stoffwechselbelastende Komponenten. Im Gegensatz zu nicht-diabetischen Hunden sollte der Proteinanteil leicht erhöht sein. Der Rohproteingehalt i. d. TS der Gesamttagesration sollte für schlanke oder untergewichtige Hunde (häufig Diabetes Typ I) zwischen 23-27% und für übergewichtige Hunde (häufig sekundärer Diabetes Typ II) zwischen 22-25% liegen. So wird die Basis für eine optimale Proteinversorgung geschaffen und gleichzeitig eine übermäßige Produktion von Abbauprodukten vermieden.

Kohlenhydratversorgung

Bei einem diabeteskranken Hund ist das Ziel der Kohlenhydratversorgung, einen relativ konstanten, angemessen hohen Blutzuckerspiegel zu gewährleisten. Nur so kommt es nicht infolge von extremen Blutzuckerschwankungen zu unnötigen Belastungen von Bauchspeicheldrüse, Leber und anderen Organen. Gleichzeitig verringert sich damit auch das Riskio von Über- oder Unterzuckerungen.
Es ist nicht sinnvoll, zu kohlenhydratarm zu füttern, da selbstverständlich auch der Organismus eines diabeteskranken Hundes Energie benötigt. Bei einem Mangel an Glukose wird der Körper gezwungen, auf Kosten der Gesundheit durch aufwendige Stoffwechselumwandlungsprozesse, Energie aus anderen Nährstoffquellen zu generieren. Ein ausgewogener Anteil an geeigneten Kohlenhydraten – falls nötig, in Verbindung mit einer Insulintherapie – sowie ein kluges Fütterungsmanagement sind gefragt.

Einfach- und Zweifachzucker

Der Begriff „Kohlenhydrate“ ist ein Oberbegriff für verschiedene Zuckerverbindungen. Im Zusammenhang mit der Fütterung von diabeteskranken Hunden sind Einfachzucker – Traubenzucker (Glukose), Fruktose (Fruchtzucker), Galaktose (Schleimzucker) – und Zweifachzucker – Haushaltszucker (Saccharose), Laktose (Milchzucker), Maltrose (Malzzucker) – von Bedeutung.
Ein- und Zweifachzucker sind, wie der Name schon sagt, aus einer oder zwei Zuckerverbindungen zusammengesetzt. Aus diesem Grund gelangen sie sehr schnell aus dem Verdauungstrakt ins Blut und führen dort spontan zu hohen Blutzuckerwerten, die man grundsätzlich bei Diabetikern vermeiden sollte. Daher sollte in der Ernährung von diabetischen Hunden konsequent auf die Fütterung von Einfach- bzw. Zweifachzuckerverbindungen verzichtet werden. Ein- und Zweifachzucker werden häufiger in Dosenfutter, bei einigen Trockenfuttermitteln als Lockstoff bzw. bei Halbfeuchtfutter zur Wasserbindung eingesetzt. Aber auch Gebäck, Süßigkeiten, Honig und einige Obstsorten enthalten für Diabetiker nicht geeignete Zuckerverbindungen, die konsequent vom Speiseplan gestrichen werden sollten.

Anmerkung: Traubenzucker kommt bei diabetischen Hunden häufig in akuten Fällen von Unterzuckerung zum Einsatz, wobei dem Hund Traubenzucker gefüttert oder auch in die Lefzen gerieben wird.

Stärke – wichtigster Vielfachzucker aus Getreide

Stärke gehört zu den sogenannten Vielfachzuckern (Polysacchariden, Glykanen) und ist vor allen Dingen in Getreide und Gemüse zu finden. Stärke hat infolge seines komplexen Aufbaus den Vorteil, dass die Bereitstellung der Glukose für die Aufnahme in die Zellen relativ langsam stattfindet. So kommt es nach den Mahlzeiten zu einem langsamen Anstieg des Blutzuckerspiegels, der gleichzeitig relativ lange konstant bleibt. Dies ist von großem Vorteil für diabetische Hunde, da extreme Schwankungen und überlastende Beanspruchungen vermieden werden.
Aus diesem Grund sollte der Kohlenhydratbedarf des DM Hundes durch hochwertige Getreidesorten wie Hafer, Weizen, Dinkel etc. oder andere stärkehaltige Pflanzen (z. B. Maniok) sowie geeignetem Gemüse gedeckt werden. Hierbei muss selbstverständlich aufgrund der hohen Stoffwechselbelastung auf minderwertige pflanzliche Nebenerzeugnisse verzichtet werden. Die Aufbereitung der geeigneten Getreide- und anderen pflanzlichen Stärkearten mit Hilfe des Extrusionsverfahrens (dem Herstellungsverfahren der meisten Hundetrockenalleinfuttermittel) ist aufgrund der höheren Verdaulichkeit in der Regel für an DM erkrankte Hunde bekömmlicher als Dosenfutter, Flockenfutter oder pelletierte ("kaltgepresste") Futtermittel.

Glykämischer Index – Glykämische Last

Im Zusammenhang mit Diabetes mellitus beim Hund gewinnen die beiden Begriffe „Glykämischer Index“ und „Glykämische Last" immer mehr an Beachtung, so dass wir hier kurz darauf eingehen wollen.

Der Glykämische Index gibt Informationen über die Auswirkungen von Nahrungskomponenten auf den Blutzuckerspiegel, wobei in diesem Zusammenhang dem Stärkegehalt in der Hundeernährung die größte Bedeutung zukommt. Ermittelt wird der Glykämische Index eines Nahrungsmittels, indem die Blutzuckerreaktion auf die Einnahme von 50 g Kohlenhydraten aus dieser Komponente bestimmt wird. Dieser Wert wird in Relation gestellt zur Blutzuckerreaktion auf 50 g Traubenzucker. Leider wird die Kohlenhydratdichte des Nahrungsmittel beim Glykämischen Index nicht beachtet. Z. B. weisen Brot und Möhren den gleichen Glykämischen Index auf, obwohl man, um auf den gleichen Anteil an Kohlenhydraten zu kommen, vom Brot ca. 100 g und von den Möhren ca. 700 g aufnehmen muss.

Die Glykämische Last hingegen berücksichtigt neben dem Glykämischen Index auch die Kohlenhydratdichte eines Nahrungsmittels und vermittelt dementsprechend ein aussagekräftigeres Ergebnis.

Grundsätzlich haben alle Stärkequellen einen relativ hohen Glykämischen Index bzw. Glykämische Last. Sie sind nun einmal für die Kohlenhydratversorgung des Körpers zuständig. Studien aus dem Humanbereich (*3) belegen, dass letztendlich der tatsächliche Kohlenhydratgehalt einer Mahlzeit – unabhängig vom Glykämischen Index, dem Kohlenhydrattyp, der Stärkequelle und der weiteren Zusammensetzung der Ration – den tatsächlichen Insulinbedarf bestimmt. Mit anderen Worten: ist eine Insulintherapie nötig, ist die gesamte Kohlenhydratmenge der Ration entscheidend, unabhängig davon, ob man Hafer oder Reis füttert. Wichtig bleibt in diesem Zusammenhang, dass alle Stärkequellen aus Vielfachzuckern bestehen und so grundsätzlich einen konstanten Blutzuckerspiegel unterstützen.

Hafer – das besondere Getreide für Diabetiker

Photo Hafer

Was aber tatsächlich durch die Wahl der Stärkequelle beeinflussbar ist, ist die Reaktion des Körpers auf die Kohlenhydratzufuhr. Unter den für Diabetiker gut geeigneten Getreidesorten nimmt Hafer hierbei eine besondere Stellung ein, weil er im besonderen Maße einen konstanten Blutzuckerspiegel unterstützt. In der menschlichen Ernährung von Diabetikern wurde traditionell schon in Zeiten, in denen die Möglichkeiten von Insulininjektionen noch nicht gegeben waren, über spezielle Hafer-Diäten, Hafer-Tage etc. die förderliche Wirkung von Hafer genutzt. Diese Erfahrungen aus dem Humanbereich können auch für den Hund bestätigt werden. Hafer weist neben einem hohen Anteil an komplexen Kohlenhydraten eine ausgeglichene, gut bekömmliche Rohfaserzusammensetzung sowie einen hohen Gehalt an essentiellen Fettsäuren auf, die den Fettstoffwechsel positiv beeinflussen. Darüber hinaus ist Hafer reich an hochwertigen pflanzlichen Eiweißen, Vitaminen und Spurenelementen und hat eine sehr darmstabilisierende Wirkung. U. a. aus diesem Grund nimmt Hafer innerhalb des Marengo Fütterungskonzeptes einen wichtigen Platz ein und wird nicht nur in den getreidehaltigen Marengo Hundealleinfuttersorten, sondern auch im Marengo Country bewusst eingesetzt.

Unsere Empfehlung zur Kohlenhydratversorgung:

Ziel der Kohlenhydratversorgung bei einem diabeteskranken Hund ist es, einen relativ konstanten angemessen hohen Blutzuckerspiegel zu gewährleisten, um belastende Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Dafür benötigt man einen ausgewogenen Anteil an geeigneten Kohlenhydraten, der am besten in Form von Stärke aus Getreide wie Hafer, Dinkel und Weizen unter Verzicht auf Ein- und Zweifachzucker zur Verfügung gestellt wird. Eine besondere Stellung nimmt hierbei Hafer ein, der aufgrund seiner positiven Wirkungen auf den Stoffwechsel des Diabetikers traditionelle Bedeutung hat. Die Aufbereitung der stärkehaltigen Komponenten durch das Herstellungsverfahren der Extrusion ist aufgrund der hohen Verdaulichkeit und Verträglichkeit besonders gut für diabetische Hunde geeignet.

Fettversorgung

Insulin zeigt neben seinem Einfluss auf den Kohlenhydrat- und Proteinstoffwechsel auch Wirkungen auf den Fettstoffwechsel, weshalb der Fettgehalt in der Fütterung von diabetischen Hunden ebenfalls eine wichtige Rolle spielt.

Da bei Insulinmangel nicht genügend Glukose aus dem Blut in die Zellen gelangt, werden vermehrt Fette zur Energieversorgung herangezogen. Wird dieser Zustand nicht medizinisch behandelt und/oder verschlimmert sich die Situation, kann das Überangebot an Fettsäuren und deren sauren Abbauprodukten, den sogenannten Ketonkörpern, zu einer mehr oder weniger schweren Senkung des Blut pH-Wertes führen. Ein ungebremster Fettabbau zieht eine schwere Übersäuerung des Körpers, eine Ketoazidose, nach sich. Bleibt diese unbehandelt, kann sie tödlich enden.

Grundsätzlich sollte der Stoffwechsel aufgrund dieser Risiken und Zusammenhänge nicht zusätzlich mit einem übermäßigen Angebot an Fettsäuren unnötig belastet werden. Zudem kommt eine fettreduzierte Kost übergewichtigen (adipösen) Diabetikerhunden zugute, bei denen eine moderate Gewichtsreduzierung angestrebt wird. Noch ein weiterer Aspekt spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle. Ein nicht unbeachtlicher Anteil an diabeteskranken Hunden leidet gleichzeitig an einer exokrinen Bauchspeicheldrüsenstörung (EPI) bzw. zeigt ein erhöhtes Risiko, daran zu erkranken. In beiden Fällen ist eine fettreduzierte Fütterung angezeigt.
Sinnvoll ist es auch, den Anteil an gesättigten – also tierischen – Fettsäuren im Futter nicht zu hoch zu wählen. Ungesättigte – also pflanzliche – Fettsäuren wirken sich positiv auf den Fettstoffwechsel des Diabetikers aus und sind daher bevorzugt zur Verfügung zu stellen.

Unsere Empfehlung zur Fettversorgung:

Ein reduzierter Gesamtfettgehalt von 4%-13% hat sich in der praktischen Fütterung von diabeteskranken Hunden bewährt. Dies kommt insbesondere übergewichtigen (adipösen) Diabetikerhunden zugute und senkt das Risiko einer gleichzeitigen Erkrankung an einer exokrinen Bauchspeicheldrüsenstörung (EPI). Eine natürliche Grenze der Fettreduktion wird durch einen zu hohen Gewichtsverlust bei untergewichtigen Hunden vorgegeben.
Es sollten nur hochwertige Fette wie z. B. Schweineschmalz, Rindertalg und Pflanzenöle verwendet bzw. gefüttert werden, um den Gehalt an freien (ranzigen) Fettsäuren möglichst gering zu halten. Auch ein ausgewogenes Verhältnis an gesättigten (tierischen) und ungesättigten (pflanzlichen) Fettsäuren ist anzustreben, wobei pflanzlichen Fetten der Vorzug gegeben werden sollte.

Faserstoffe im Futter

Häufig werden für die Rationsgestaltung diabetischer Hunde sehr hohe Rohfasergehalte angeraten. Hohe Rohfasergehalte sollen die Aufnahmegeschwindigkeit von Zuckerverbindungen aus dem Verdauungstrakt ins Blut verlangsamen und somit für eine konstanteren Blutzuckerspiegel sorgen. Obwohl es Studien gibt, die dies belegen, gibt es gleichzeitig Studien (*4), die keinen Vorteil gegenüber Rationen mit „normalen" Rohfasergehalten nachweisen. Auch die zu verabreichende Insulinmenge wird nicht vom Rohfasergehalt der Ration beeinflusst bzw. kann nicht reduziert werden.

Darüber hinaus gibt es deutliche, individuelle Unterschiede in der Reaktion auf hohe Rohfaseranteile, u. a. auch was die Verträglichkeit derselben betrifft. Die Praxis zeigt, dass zu hohe Rohfasergehalte infolge der enormen Stoffwechselbelastung zu einer Verschlimmerung der gesamten Erkrankung führen können und in keinem Verhältnis zu dem Vorteil einer etwaigen Resorptionsverzögerung stehen. Eine angemessene und nebenwirkungsfreie Resorptionsgeschwindigkeit erreicht man nicht über einen belastend hohen Rohfasergehalt, sondern letztendlich doch nur über den Einsatz von geeignetem Getreide, das aus Stärke bzw. komplexen Kohlenhydraten aufgebaut ist. Darüber hinaus sind hohe Rohfaser- und Rohaschegehalte gerade für untergewichtige Hunde, die an Gewicht zulegen sollen, absolut ungeeignet, weil die Ration dadurch einen zu niedrigen Nährwert hat.

Unsere Empfehlung zum Rohfasergehalt:

Es ist nicht sinnvoll, pauschal bei jedem diabeteskranken Hund rohfaserreiche Rationen zu füttern. Dies sollte nur – wenn überhaupt – bei entsprechender Konstitution und Verträglichkeit durchgeführt werden. Hohe Rohfasergehalte sind stoffwechselbelastend und verzögern nicht in jedem Fall die Resorptionsgeschwindigkeit der Glukose.

In der Praxis hat sich bei Diabetikerhunden eine Rationsgestaltung mit einem moderaten bzw. sogar niedrigen Rohfasergehalt von 2-3% ebenso bewährt. Eine angemessene und nebenwirkungsfreie Resorptionsgeschwindigkeit erreicht man nicht über einen belastend hohen Rohfasergehalt, sondern letztendlich doch nur über den Einsatz von geeignetem Getreide, das aus Stärke bzw. komplexen Kohlenhydraten aufgebaut ist.

Broteinheiten des Marengo Hundefutters

Das Umrechnen der benötigten Kohlenhydratmenge in Broteinheiten (BE), wobei 1 Broteinheit einer Menge von 12 g Kohlenhydraten entspricht, ist heutzutage eigentlich nicht mehr üblich. Dies gilt auch für die alternative Angabe der Kohlenhydrateinheiten (KE oder KHE), bei der 1 Kohlenhydrateinheit für eine Menge an 10 g Kohlenhydraten steht.
Die Dosierung des Caninsulins wird primär über das Gewicht des Hundes einreguliert. Die Feinabstimmung erfolgt dann individuell. Wir geben die BE allerdings trotzdem innerhalb der Analysen unserer Futtersorten an. An dieser Stelle die Angaben der BE und KHE für alle Marengo Trockenfuttersorten gerechnet pro 100 g:

Broteinheiten (BE) Kohlenhydrateinheiten (KHE/KE)
Marengo Junior 3,8 BE
Marengo Premium 4 BE
Marengo Native Way 4,8 BE
Marengo Classic 4,4 BE
Marengo Country 5 BE
Marengo Junior 4,56 KHE
Marengo Premium 4,8 KHE
Marengo Native Way 5,76 KHE
Marengo Classic 5,28 KHE
Marengo Country 6 KHE

Leckereien und Selbstergänzungen

Grundsätzlich sollte man mit Leckereien bei diabetischen Hunden vorsichtig sein. In jedem Fall sollte jedes Leckerchen mit in die Tagesgesamtration eingerechnet werden. Dies gilt natürlich auch für selbstzubereitete Zwischenmahlzeiten, insbesondere wenn eine Insulintherapie erfolgt. Die Leckereien und Zwischenmahlzeiten sollten das gleiche Eiweiß-Energie-Verhältnis wie die Grundmahlzeiten (siehe Diäten) aufweisen. Ist der diabetische Hund übergewichtig, ist es ratsam, Leckereien erst einmal ganz vom Speiseplan zu streichen, damit eine Gewichtsreduzierung erfolgreicher durchgeführt werden kann.

 

Futtermenge – Fütterungtechniken – Diäten

Futtermenge

Die benötigte Gesamtfuttermenge muss immer individuell auf den Hund abgestimmt werden. Sie hängt wie bei gesunden Hunden von der Grundkonstitution, der Bewegungsaktivität, dem aktuellen Gesundheitszustand bzw. der Schwere des Krankheitszustandes, den Außentemperaturen etc. ab. Zudem muss auch der aktuelle Futterzustand – unter-, normal - oder übergewichtig – Beachtung finden.

Für jeden Diabetiker ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Futtermenge – meistens in Absprache mit dem Tierarzt – genau festgelegt und auch beibehalten wird. Hierbei sind auch eventuelle Leckerchen und Zwischenmahlzeiten unbedingt miteinzurechnen. Nur so kann der Blutzuckerspiegel relativ konstant gehalten und im Bedarfsfall die passende Insulinmenge einreguliert werden. Änderungen der Futtermenge sind immer mit absoluter Vorsicht durchzuführen, da die Folgen für den Hund ansonsten gravierend sein können.

Fütterungstechniken

In der Praxis hat es sich leider durchgesetzt, dass eigentlich fast jeder Hund mit Diabetes mellitus eine Insulintherapie erhält. Da wir aber trotzdem der Ansicht sind, dass in vielen Diabetesfällen durch Gewichtsreduzierung, eine angemesse Diät und die passende Fütterungstechnik eine lebenslange Insulintherapie überflüssig gemacht wird bzw. in jedem Fall die Chance dafür gegeben ist, gehen wir im folgenden auch auf die Fütterung von DM-Hunden ein, die kein Insulin erhalten.

Fütterungstechnik von DM-Hunden, die kein Insulin erhalten

Oberstes Ziel bei der Ernährung von diabeteskranken Hunden bleibt die Erhaltung eines relativ konstanten Blutzuckerwertes, der auch nach einer Mahlzeit nur langsam und mäßig ansteigen sollte. So kann eine unproblematische Einregulierung des Blutzucker- und Insulinspiegels erfolgen. Neben der Auswahl geeigneter Futterkomponenten und der Zusammenstellung einer diabetikergerechten Futterration (siehe unten) ist es für diabetische Hunde sehr wichtig, dass sie ca. 4-5 kleine Mahlzeiten relativ gleichmäßig über den Tag verteilt angeboten bekommen. Dies verhindert einen zu hohen Blutzuckerwert nach der Nahrungsaufnahme, da die Futtermenge bei jeder einzelnen Mahlzeit geringer ist und somit auch der jeweilige Insulinbedarf reduziert werden kann.

Wichtig ist es darüber hinaus, dass die Mahlzeiten tagtäglich pünktlich zur gleichen Zeit und in immer derselben Menge angeboten werden, da der Organismus sich auf die Nahrungsaufnahme einstellt und so eine Blutzuckerspiegeleinregulierung überhaupt erst möglich wird.

Fütterungstechnik von DM-Hunden, die Insulin erhalten

Grundsätzliches zur Insulintherapie

Bei allen Hunden, die Insulin erhalten, ist es dringend erforderlich, die passende Insulinmenge vom Tierarzt einstellen zu lassen. Die Ermittlung der richtigen Insulinmenge kann sich über ein paar Wochen hinziehen, eine Zeit, in der normalerweise etliche Blut- und Harnuntersuchungen nötig sind. In der Regel erhält man beim Tierarzt genaueste Anweisungen über Anwendung, Aufbewahrung und Verhalten bei auftretenden Schwierigkeiten.

Es gibt einige kritische Ausnahmesituationen, auf die man vorbereitet sein sollte. Hierzu gehören: beim Injizieren versehentlich „daneben gegangenes" Insulin, Erbrechen nach dem Fressen, Appetitverlust oder auch, versehentlich eine zu hohe Dosis Insulin verabreicht zu haben. Man sollte die Symptome einer Über- und Unterzuckerung frühzeitig erkennen können und muss sich dementsprechend damit beschäftigen und Gegenmaßnahmen konsequent vorausplanen.

Die häufigste Komplikation bei diabetischen Hunden, die Insulin erhalten, ist nach wie vor die Unterzuckerung (Hypoglykämie), verursacht durch eine zu hohe Menge an gespritztem Insulin. Auch eine unbehandelte Hypoglykämie kann tödlich enden, darum ist umfassende Beschäftigung mit dem Thema unerlässlich.

Fütterungstechnik von DM Hunden, die zweimal täglich Insulin erhalten

Das in Deutschland momentan für Hunde zugelassene Insulinpräparat für Diabetes mellitus heißt Caninsulin. Es enthält das sogenannte Lente-Insulin vom Schwein, das in seiner Struktur fast dem Insulin des Hundes entspricht und sich gut bewährt hat. Caninsulin kommt bei der unkomplizierten Verlaufsform von DM zum Einsatz und zielt auf eine längere Wirkdauer ab. Um diese Wirkdauer zu erzielen, wird das enthaltene Insulin mit Zink angereichert. Die Wirkung tritt nach 30 min-3 h nach der Injektion ein, zeigt den Maximaleffekt nach 2-10 h und hat eine Wirkdauer von 4-24 h. Aus diesem Grund ist es möglich, dass diabeteskranke Hunde nur zweimal täglich Insulin gespritzt bekommen müssen. Die Fütterung wird demenstprechend angepasst. Hunde, die zweimal täglich Caninsulin erhalten, füttert man mindestens zweimal täglich im genauen Abstand von 12 Stunden direkt vor der jeweiligen Insulininjektion. Um den Blutzuckerspiegel relativ konstant zu halten, kann man auch mit Erfolg 3-4 mal täglich füttern. In diesem Fall sind die beiden weiteren Mahlzeiten in Abstimmung mit der maximalen Insulinwirkung zu geben. Ein Beispiel: Die beiden Hauptmahlzeiten morgens um 7:00 und abends um 19:00 im Zusammenspiel mit den Insulininjektionen sowie zwei kleinere Zwischenmahlzeiten um 12:00 und vor der Nachtruhe. Bitte sprechen Sie das genaue Vorgehen mit Ihrem behandelnden Tierarzt ab.

Das Insulin muss, um nicht zu einer schwerwiegenden Unterzuckerung (Hypoglykämie) mit schweren Krankheitssymptomen bis hin zu komatösen Zuständen zu führen, auf einen genügend hohen Blutzuckerspiegel treffen. Obwohl viele Tierärzte anraten, erst Insulin zu spritzen und dann zu füttern, empfehlen wir, die Fütterung vor der Insulingabe zu tätigen. So hat man letztendlich einen größeren Handlungsspielraum, wenn der Hund keinen Appetit zeigt oder sich z. B. nach der Mahlzeit erbrechen muss.

Anmerkung: Für die Behandlung einer komplizierten Verlaufsform des DM ist eine akute Intensivbehandlung mit kurzwirksamem Insulin (Altinsulin) durch den Tierarzt nötig. Die Wirkung kurzwirksamer Insuline setzt ca. nach 15-30 min ein, erreicht ihren Höhepunkt nach 1-4 h und hat eine Wirkdauer von ca. 3-6 h. Sie kommen aber ausschließlich durch den Tierarzt zum Einsatz.

Fütterungstechnik von DM-Hunden, die einmal täglich Insulin erhalten

In seltenen Fällen gibt es diabetische Hunde, die nur einmal täglich Insulin erhalten. In diesen Fällen sollte zusammen mit dem Tierazt festgestellt werden, wann der Maximaleffekt des Insulins bei diesem Hund eintritt und zu welchen Tageszeiten die Insulinwirkung geringer ist. Anhand dieser Informationen kann mit Hilfe der Kombinationsfütterung von Marengo Country plus Marengo Wolfshappen oder Marengo Bio beef bzw. selbstgewählte Eiweißträger die Fütterung optimiert werden. So füttert man kohlenhydratreich zu den Zeiten des Maximaleffektes und proteinreicher zu den Tageszeiten, in denen die Insulinwirkung geringer ist. Gerne beraten wir Sie hierzu individuell unter beratung@marengo.de bzw. unter Tel. 05457/9336545.

Fütterungspläne für Hunde mit Diabetes mellitus

Grundsätzliches

Kombinationsfütterung von Fleischnahrung mit Marengo Country

Unsere erste Empfehlung für alle an DM erkrankten Hunde ist eine Kombinationsfütterung von Marengo Wolfshappen oder Marengo Bio beef – alternativ auch selbstgewählte Eiweißträger – in Kombination mit Marengo Country. Diese Art der Fütterung bietet mehrere Vorteile:

  1. Durch die Möglichkeit der Auswahl von fettarmen Eiweißträgern (Marengo Wolfshappen, Marengo Bio beef, Fleisch, Fisch und Milchprodukten) ist eine optimale und auch individuelle Einstellung des Protein- und Fettgehaltes problemlos möglich. So können sowohl untergewichtige als auch stark übergewichtige Hunde angemessen versorgt werden.
  2. Marengo Country enthält ausschließlich pflanzliche Fette, so dass die Menge an tierischen Fetten in den Rationen niedrig gehalten werden kann, was bei an DM erkrankten Hunden von Vorteil ist.
  3. Wird der diabetische Hund nur einmal täglich mit Insulin gespritzt, können die notwendigen unterschiedlichen Kohlenhydratanteile einzelner Mahlzeiten durch Variationen des Mischungsverhältnisses sehr leicht zubereitet werden.

Trockenfutter

Selbstverständlich können Hunde mit Diabetes auch mit den Marengo Trockenfuttersorten gefüttert werden – insbesondere Hunde, die Insulin erhalten. Hier wird das fehlende Insulin von außen zugeführt und trifft auf ein angemessenes Eiweiß-Energie-Verhältnis. Die speziellen Empfehlungen entnehmen Sie bitte den Fütterungsplänen.

Nassfutter

Wir raten von der ausschließlichen Fütterung von Dosenalleinfutter bei Diabetikern ab. In der Regel ist der Gehalt an Protein und tierischem Fett zu hoch und darum nicht für einen diabetischen Hund geeignet. Dies wird auch zum Teil durch die Art der Herstellung vorgegeben. Häufig wird vergessen, die auf den Dosen deklarierten Gehalte in die Trockensubstanz umzurechnen. Dadurch sehen Rohprotein- und Fettgehalte im ersten Moment sehr niedrig aus.

Ein Beispiel: Bei ausgewiesenen Gehalten von: Rohprotein 10% , Fett 7,2% und einem Feuchtigkeitsanteil von 74% ergeben sich umgerechnet in die Trockensubstanz (und somit vergleichbar mit einem Trockenfutter) folgende Gehalte: Rohprotein ca. 38,5% und Rohfett ca. 30%.
Diese Dose wäre eindeutig nicht für einen diabetischen Hund geeignet.

I. Untergewichtige Hunde und normalgewichtige Hunde schlanken Typs

Achtung: Die Diäten für Hunde mit oder ohne Insulintherapie unterscheiden sich insbesondere durch die Anzahl der Mahlzeiten am Tag. Bitte informieren Sie sich unter „Fütterungstechniken“.

Marengo Wolfshappen bzw. Marengo Bio beef plus Marengo Country

Marengo Wolfshappen + Marengo Country
in einem Verhältnis von 45% zu 55%
ausgehend von der Gesamtfuttermenge
Rohprotein i. d. TS. ca. 24,6%
Fett i. d. TS. 8,7%
Marengo Bio beef + Marengo Country
in einem Verhältnis von 55% zu 45%
ausgehend von der Gesamtfuttermenge
Rohprotein i. d. TS. ca. 24,5%
Fett i. d. TS. 8,8%

Selbstgewählte Eiweißträger plus Marengo Country

Wichtig! Die Qualität der selbstgewählten Eiweißträger muss immer gleichbleibend hochwertig sein, damit eine erfolgreiche Fütterung möglich ist. Selbstzubereitete Rationen sollten nicht unter einen Gesamtfettgehalt von 5-6% fallen, damit Gewicht zugelegt bzw. gehalten werden kann.

Mageres Muskelfleisch + Marengo Country
in einem Verhältnis von 45% zu 55%
ausgehend von der Gesamtfuttermenge
Rohprotein i. d. TS. ca. 26%
Fett i. d. TS. 7,9%

Geflügelkeule + Marengo Country
in einem Verhältnis von 45% zu 55%
ausgehend von der Gesamtfuttermenge
Rohprotein i. d. TS. ca. 27%
Fett i. d. TS. 6,5%

Lunge + Marengo Country
in einem Verhältnis von 55% zu 45%
ausgehend von der Gesamtfuttermenge
Rohprotein i. d. TS. ca. 26%
Fett i. d. TS. 7%

Marengo Hundealleinfutter

Marengo Premium
Rohprotein i. d. TS. ca. 23,9%
Fett i. d. TS. 13,7%
Marengo Native Way
Rohprotein i. d. TS. ca. 23,5%
Fett i. d. TS. 9%

II. Übergewichtige Hunde und normalgewichtige Hunde, die zu Übergewicht neigen

Achtung: Die Diäten für Hunde mit oder ohne Insulintherapie unterscheiden sich insbesondere durch die Anzahl der Mahlzeiten am Tag. Bitte informieren Sie sich unter „Fütterungstechniken“.

Marengo Wolfshappen bzw. Marengo Bio beef plus Marengo Country

Marengo Wolfshappen + Marengo Country
in einem Verhältnis von 40% zu 60%
ausgehend von der Gesamtfuttermenge
Rohprotein i. d. TS. ca. 23%
Fett i. d. TS. 8,2%
Marengo Bio beef + Marengo Country
in einem Verhältnis von 50% zu 50%
ausgehend von der Gesamtfuttermenge
Rohprotein i. d. TS. ca. 23%
Fett i. d. TS. 8,2%

Selbstgewählte Eiweißträger plus Marengo Country

Wichtig! Die Qualität der selbstgewählten Eiweißträger muss immer gleichbleibend hochwertig sei, damit eine erfolgreiche Fütterung möglich ist.

Mageres Muskelfleisch + Marengo Country
in einem Verhältnis von 40% zu 60%
ausgehend von der Gesamtfuttermenge
Rohprotein i. d. TS. ca. 24%
Fett i. d. TS. 7,5%

Geflügelbrust + Marengo Country
in einem Verhältnis von 35% zu 65%
ausgehend von der Gesamtfuttermenge
Rohprotein i. d. TS. ca. 24%
Fett i. d. TS. 5,5%

Schellfisch + Marengo Country
in einem Verhältnis von 45% zu 55%
ausgehend von der Gesamtfuttermenge
Rohprotein i. d. TS. ca. 23,5%
Fett i. d. TS. 4,5%

Geflügelkeule + Marengo Country
in einem Verhältnis von 40% zu 60%
ausgehend von der Gesamtfuttermenge
Rohprotein i. d. TS. ca. 24,5%
Fett i. d. TS. 6,4%

Lunge + Marengo Country
in einem Verhältnis von 50% zu 50%
ausgehend von der Gesamtfuttermenge
Rohprotein i. d. TS. ca. 24%
Fett i. d. TS. 7%

Magerquark + Marengo Country
in einem Verhältnis von 45% zu 55%
ausgehend von der Gesamtfuttermenge
Rohprotein i. d. TS. ca. 23,5%
Fett i. d. TS. 5%

Marengo Hundealleinfutter

Marengo Classic
Rohprotein i. d. TS. ca. 22%
Fett i. d. TS. 10,8%
Marengo Native Way
Rohprotein i. d. TS. ca. 23,5%
Fett i. d. TS. 9%

Anmerkung zur Fütterung von übergewichtigen Hunden

Bei übergewichtigen Hunden steht immer die vorsichtig durchzuführende Gewichtsreduzierung im Vordergrund. Bitte lesen Sie hierzu den Artikel „Die Marengo Light-Fütterung".

Wichtig! Als Reduktionsdiät ist eine Kombinationsfütterung von 2/3 Marengo Classic plus 1/3 Marengo Country wie im oben genannten Artikel beschrieben aufgrund des niedrigen Proteingehaltes für diabeteskranke Hunde nicht geeignet.

Viele Hundebesitzer diabetischer, übergewichtiger Hunde legen bei einer Grundfütterung mit Marengo Classic drei Diättage pro Woche mit einer Kombinationsfütterung von Marengo Country plus Marengo Wolfshappen oder Marengo Bio beef bzw. Magerquark ein. Diese fettreduzierten, schmackhaften Rationen sind zur Gewichtsreduzierung sehr gut geeignet (siehe Fütterungspläne oben).

Wichtig bei allen übergewichtigen Hunden mit DM!

  1. Bitte regulieren Sie unbedingt die Futtermenge passend ein! Auch ein noch so ausgefeilter Diätplan zeigt keinen Erfolg, wenn der Hund eine zu hohe Futtermenge bekommt.
  2. Lassen Sie eingehend prüfen, ob Insulininjektionen wirklich notwendig sind oder ob die Krankheitssymptome bei Umstellung der Fütterung nicht schon zurückgehen.
  3. Erhält Ihr übergewichtiger Hund bereits Insulin, so bedenken Sie, dass die Insulinempfindlichkeit der Zellen mit jedem Gramm, das Ihr Hund abnimmt, wieder verbessert wird. Aus diesen Grund muss die Insulinmenge, die per Injektion gegeben wird, unbedingt reduziert bzw. angepasst werden. Beachtet man dies nicht, so kann es durch eine zu hohe Gabe an Insulin u. U. zu einer gefährlichen Unterzuckerung des Hundes kommen.

Zusammenfassung

Grundsätzlich handelt es sich beim Diabetes mellitus um eine Stoffwechselstörung, die in unterschiedlichsten Schweregraden in Erscheinung treten kann. Unabhängig vom vorliegenden Diabetes-Typ kann man die Fütterung über spezielle Diäten so optimieren, dass der Hund an Lebensqualität gewinnt und in bestimmten Fällen sogar eine Chance auf Heilung hat. Dies gilt insbesondere für die Diabeteserkrankungen, die durch Übergewicht ausgelöst wurden. Die Chancen, durch eine sachgerechte Gewichtsreduzierung den Organismus zur Regeneration der Insulinsensibilität anzuregen, sind vorhanden. Bevor Sie einer verfrühten Insulintherapie zustimmen, sollten Sie diese Chancen für Ihren Hund nutzen.

Copyright by Marengo - EnRa GmbH & Co. KG
Aktualisiert Juli 2014

Literaturnachweis

Suter, Kohn, Schwarz – Praktikum der Hundeklinik, 11. Auflage
H.-J. Christoph, herausgegeben von Freudiger, Grünbaum, Schinke – Klinik der Hundekrankheiten
Edward T. Siegel – Endokrine Krankheiten des Hundes
Wilfried Twedten – Labordiagnsotik in der Kleintierpraxis
Kraft, Dürr – Klinische Labordiagnostik in der Tiermedizin
Helmut Meyer, Jürgen Zentek, – Ernährung des Hundes, 7. aktualisierte Auflage
Case, Carey, Hirakawa – Ernährung von Hund und Katze
Linda Fleeman, Jacquie Rand – Enzyklopädie der klinischen Diätetik des Hundes, Diabetes mellitus: Diätetische Strategien
Klinik für Kleintiere Justus-Liebig Universität Gießen – Informationsblatt – Diabetes beim Hund

(*1) Beam S, Correa MT, Davidson MG-A, retrospective cohort study on the development of cataracts in dogs with diabetes mellitus: 200 cases. Vet Ophtalmol 1999, 2:169-172

(*2) Struble AL, Feldmann EC, Nelson RW,et. al – Systemic hypertension and proteinuria in dogs with diabetes mellitus. J.Am Vet Med Assoc 1998; 213:822-825

(*3) Franz MJ, Bantle JP, Beebe CA et al. – Evidenced-based nutrition principles and recommendations for the treatment and prevention of diabetes and related complications (technical review), Diabetes Care 2002, 25: 148-198

(*4) Nelson RW, Duesber CA, Ford SL et. al – Effect of dietary insoluble fiber on control of glycaemia in dogs with naturally acquired diabetes mellitus. J AMVet Med Assoc 1998; 212: 380-386

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